Willkommen auf
Thomas
Homepage

Portraet - Foto Dietmar Schmitt
Wasserenergie

Te rapidus Celbis, te marmore clarus Erubris
festinant famulis quam primum allambere lymphis:
nobilibus Celbis celebratus piscibus,
ille praecipiti torquens cerealia saxa rotatu
stridentesque trahens per levia marmora serras
audit pepetuos ripa ex utraque tumultus.

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

keine Sorge, ich halte jetzt  keinen Vortrag auf Latein. Aber wie es sich für einen Vertreter der ältesten Stadt Deutschlands ziemt, begrüße ich Sie mit  lateinischen Versen. Es handelt sich um Hexameter des römischen Dichters Decimius Magnus Ausonius aus seinem Gedicht "Mosella", mit dem ich Sie im Namen des Oberbürgermeisters unserer Stadt, der sich entschuldigen lässt, weil er leider verhindert ist, in Trier ganz herzlich willkommen heiße.

Die ganz Wenigen unter Ihnen, die nicht so perfekt Latein beherrschen, werden  immerhin das letzte Wort des Gedichts von Ausonius  - "tumultus" - deutlich verstanden haben. Es ging um Lärm, einen höllischen Lärm, den Maschinen verursacht haben.

Doch hören wir den Gedichtsauszug einmal im Ganzen auf Deutsch:

"Die reißende Kyll und die durch Marmor berühmte Ruwer eilen,
dir möglichst rasch mit dienenden Fluten zu nahen.
Die Kyll ist berühmt durch edle Fische,
die Ruwer treibt Kornmühlen mit stürmischer Drehung,
zieht auch kreischende Sägen durch glatte Marmorblöcke und so hört man ständigen Lärm (Tumult) an jedem der Ufer"

Zur Erklärung: Kyl und Ruwer sind benachbarte Flüsse, die in die Mosel münden. An der Kyl - von dem römischen Poeten wegen seines Fischreichtums gepriesen - gibt es übrigens heute ein 1902 gebautes Laufwasserkraftwerk, eines der ersten Kraftwerke der Region, das Öko-Strom produziert hat und noch heute in Betrieb ist.  Ausonius wendet sich in seinen Zeilen,  die er  Jahr 371 n.Chr. verfasst hat, dann der Ruwer zu, dem wasserreichste Hunsrücknebenfluss der Mosel. Er beschreibt den Betrieb von wassergetriebenen Marmorsägen, die dort in einem Nachbarort Triers, Mertesdorf betrieben wurden. Das Gedicht gilt als Beleg dafür, wie weit die Nutzung der Wasserkraft unter den Römern fortgeschritten war. Die zugeschnittenen Marmorblöcke wurden übrigens bei den Großbauten der Kaiserstadt Trier als Fußbodenbeläge und Wandverkleidungen gebraucht.

 Sie sehen, schon die Vergangenheit Triers war von der Wasserkraft geprägt.

Doch auch in der Gegenwart spielt Wasserkraft in unserer Region eine wichtige Rolle

Das in unmittelbarer Nähe befindliche Pump-Speicherkraftwerk in Vianden, das sie ja besichtigen werden, ist ein Beispiel für intelligente Nutzung der Energie des Wassers in unserer Gegend. An der Mosel erzeugen seit den 60er Jahren zwischen Koblenz und Trier 10 Laufwasserkraftwerke Strom. Die Kraftwerkskette verfügt über eine Leistung von 200 Megawatt. Jedes Jahr werden so rund 800 Millionen Kilowattstunden erzeugt.

Die Stadtwerke Trier sind stolz darauf, unter dem Namen "Römerstrom" ein Produkt sehr erfolgreich verkaufen zu können, das zu 100 Prozent aus Wasserkraft. Allerdings schaffen wir es nicht, diesen Strom hier zu produzieren, deshalb wird er aus Österreich importiert, genau gesagt hauptsächlich in den Laufwasserkraftwerken Wien-Freudeneu und Ypps-Persenbeug produziert.

Auch in der Zukunft wird die Wasserkraft für die Region Trier große Bedeutung haben.

Die Stadtwerke planen, 2017 bis  2021auf dem Berg zwischenLonguich und Ensch an der Mosel ein großes Pumpspeicherwerk zu errichten, das in 2 Becken sechs Millionen Kubikmeter Wasser fassen soll. Mit 300 Megawatt Leistung könnte dann dort der Stromverbrauch der gesamten Region ausgeregelt werden.

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wasserkraft hat und wird in Trier selbst und in unserer Umgegend immer eine ganz wichtige Rolle spielen. Wie sie an den Tagungsort, europäische Rechtsakademie, sehen, ist Trier zudem, im Herzen Europa in unmittelbarer Nachbarschaft zu Luxemburg, Belgien und Frankreich  gelegen, auch eine sehr europäische Stadt.

Ich hoffe daher, ich habe sie mit diesen Beispielen davon überzeugen können, dass Sie sich für Ihre Tagung "Wasserkraft in Europa" keine bessere Stadt aussuchen konnten als Trier. Hier müssen ihre wichtigen Beratungen einfach von Erfolg gekrönt sein. Ich wünsche Ihnen gute Diskussionen, neue Erkenntnisse und auch ein wenig Abwechslung und Erholung in unserer Stadt.

Mit einem Gedicht aus unserer römischen Vergangenheit habe ich begonnen, mit einem Gedicht aus der Gegenwart will ich meine Ausführungen beenden:

 

Wasserkraft

Energie uns schafft,

die umweltfreundlich - Co 2 neutral

für alle ist die beste Wahl.

Schon ewig wir profitier'n von ihr

hier an der Mosel, im schönem Trier.

Denn schon Ingenieure zu Römers Zeiten

von der Faszination "Wasserkraft" sich ließen leiten

 

Drum liebe Gäste, von weit hierhergereist

lasst Euch  inspirieren von dem Geist

der Trierer Wasserkraft,

die hier seit 2ooo Jahr'n Energie uns schafft

 

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit

[Home] [Persönliches] [Tagebuch] [Juni 2015] [Mai 2015] [April 2015] [März 2015] [Februar 2015] [Januar 2015] [2014] [2013] [2012] [2011] [2010] [2009] [2008] [2007] [2006] [Themen] [Mariahof] [Pressestimmen] [Quer gedacht] [Warum ??] [Gedanken] [Archiv] [Links] [Glossar] [Kontakt] [Impressum]

Willkommen!

Aktuelles

Startseite

Tagebuch

Pressestimmen über diese Seite

Albrechts Blog
bei Volksfreund.de


facebook_button_eu3g
Twitter

Termin-
Vereinbarungen

mit mir über Doodle

? Noch Fragen ?
Sehen Sie doch im
A-Z der Kommunal
-politik nach!