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Portraet - Foto Dietmar Schmitt
März 2011

Montag 21.3.2011

Für all diejenigen, die sich von meinem Ausstieg aus der Motorkraft inspirieren oder vielleicht eher abschrecken lassen wollen, berichte ich von meinem ersten Tag als Radfahrer in Trier.

Gleich nach dem Frühstück, es war noch dunkel, begebe ich mich zum Fahrrad, lege die Hosenklammern an, setzte den Helm auf, klemme die neu erworbene Fahrrad-Aktentasche an die Seite und das emmissionsfreie Abenteuer beginnt!

Höllisch schnell geht es den Mariahofer Berg herunter, es ist aber auch ebenso höllisch gefährlich. Wegen der Dunkelheit sieht man die Unebenheiten nicht. Einmal nicht aufgepasst und schon wäre die schneller Fahrt zu Ende, als es mir lieb wäre. Ich verlangsame das Tempo. In einem Waldstück bei Mariahof liegen Glassplitter auf dem Weg. Eine ernste Bedrohung für die dünnen Reifen meines Gefährtes.

Ein Problem ist fast noch drängender: Zwar habe ich Handschuhe angezogen, die sind jedoch nicht in der Lage, die Kälte abzuhalten. Schon nach kurzer Zeit spüre ich meine Finger überhaupt nicht mehr. Ich habe den Eindruck, sie sind erfroren.

Positiv: Der neue Fahrradweg am Stadtbad vorbei bringt einen sehr schnell voran. Ich freue mich schon darauf, wenn das Stück bis zur Europäischen Rechtsakademie ausgebaut sein wird.

In der Hindenburgstraße muss ich den Fahrradweg verlassen und werde fast von einem großen Laster umgefahren.

Nicht viel langsamer als ich es mit einem motorisierten Untersatz geschafft hätte, erreiche ich das Rathaus, wo ich noch einen Brief einzuwerfen habe. Ein Mitarbeiter des Rathauses, der vor der Tür steht, sieht mich ganz erstaunt an, ist er doch offensichtlich überrascht davon, mich auf einem Fahrrad zu sehen.

Meine Finger sind so klamm, dass es erst nach mehreren Versuchen schaffe, die Aktentasche zu öffnen und die Briefe herauszuholen. Sehnsüchtig freue ich mich schon auf mein warmes Büro, das ich dann auch bald erreicht habe.

Fast hätte ich es nicht erreicht, den vor dem Mutterhaus öffnet jemand ganz plötzlich die Beifahrertüre zur Straßenseite, um auszusteigen, und hätte mich fast erwischt. An die vielen Gefahren, denen man als Radler ausgesetzt ist, muss ich mich noch gewöhnen.

Im Büro angekommen tauen die Finger dann langsam wieder auf.

Ich habe um 9.00 Uhr Sitzung beim Amtsgericht und bin froh darüber, dies in Windeseile erreichen zu können. Doch mein Tatendrang wird jäh gestoppt: Die im Baumarkt angepriesene Super-Fahrrad-Aktentasche zum Anhängen hat schon jetzt ihren Geist aufgegeben. Die Plastik-Klemme, die die Tasche am Gepäckträger halten soll, bricht ab und die Aktentasche knallt samt Inhalt, der so schwer gar nicht wahr, mitten auf die Straße. Eine Kollegin, die auch gerade zu Gericht will, sieht mich mitleidig an und hilft mir, die Utensilien wieder auf zusammen. Peinlich, peinlich.

Die Tasche klemme ich auf den Gepäckträger und fahre weiter. Ich weiß, dass sich die Dietrichstraße entgegen der Einbahnstraßen-Richtung fahren darf und deshalb schnell mein Ziel erreichen kann. Nur wissen dies nicht alle entgegenkommenden Autofahrer, so dass es immer wieder zu gefährlichen Begegnungen kommt.

In der Mittagspause lerne ich die Vorteile eines wendigen, leichten Transportmittels kennen: So schnell wie noch nie habe ich innerhalb einer Stunde alle Erledigung in der Stadt getätigt.

Die Rückfahrt erfolgt bei strahlendem Sonnenschein. Doch jetzt gibt es ein anderes Problem. Wegen der frostigen Kälte habe ich am Morgen einen dicken Parker angezogen, der natürlich jetzt viel zu warm ist.

Fazit meines ersten Tages: Es ist sehr gewöhnungsbedürftig, auf das Fahrrad umzusteigen. Auch lassen sich einige Nachteile, genauer gesagt Unbequemlichkeiten, nicht verhehlen. Aber es gibt auch viele Vorteile, die diese wieder aufwiegen. Wichtig ist es vor allem, die richtige Ausrüstung zu haben. Zur´m zeitlichen Aufwand: Von Mariahof bis zum Irminenfreihof benötige ich etwas über 15 Minuten. Das geht motorisiert auch nicht viel schneller. zurück benötige ich wegen des Anstieges die doppelte Zeit. Dav kann man auch noch nicht meckern.

Sonntag, 20.3.2011

Jetzt wird ernst gemacht, habe ich mir gesagt, wenn es auch schwer fällt.

FahrradLeicht ist es ja die Forderung nach umweltgerechten Verhalten zu erheben, insbesondere ist es einfach, Forderungen an andere zu stellen.

Schwer fällt es, selbst etwas zu tun. Also habe ich mir vorgenommen, meinen inneren Schweinehund zu überwinden und habe mein Fahrrad aus der Garage geholt. Es hat dort zugegebenermaßen ziemlich lange gelagert. Denn seit ich auf Mariahof wohne, wurde es doch recht selten genutzt. Die zu überwindende Höhe  macht ein Zweirad mit einem Motor zu einem attraktiveren Fortbewegungsmittel.

Gleichwohl: Der Fachhändler hat das Rad wieder auf Vordermann gebracht. Es läuft jetzt wieder prächtig. Gleich habe ich es ausprobiert und meine ersten Erfahrungen als Radfahrer sammeln können. Beinahe hätte mein erster Ausflug in die Innenstadt ein jähes Ende gehabt. Schlaglöcher sind für Motorroller schon nicht ungefährlich, für Fahrradfahrer jedoch stellen sie indes eine lebensgefährliche Bedrohung dar. In Höhe der Bezirkssportanlage Heiligkreuz hat mich ein solches Schlagloch vom Sattel gefegt. Doch glücklicherweise habe ich entdeckt, dass der Fußweg von Mariahof bis nach Heiligkreuz herunter für Fahrradfahrer freigegeben ist. Also runter von der Straße und rauf auf den Fußweg. Das kostete mich zunächst etwas Überwindung, auch muss man sich daran gewöhnen, dass man beim Überqueren der Straßen vorsichtig ist, doch dann ging es recht gut und vor allem zügig voran. Überhaupt fällt der Umstieg von einem Motorroller auf ein Fahrrad zunächst recht schwer. Auf der Straße muss man sich damit abfinden, dass man nicht mehr mit dem Verkehr mitschwimmen kann und Autos eine ernste Gefahr darstellen. Immer wieder versuche ich in den Rückspiegel zu sehen, der bei meinem Rad natürlich nicht vorhanden ist. Doch wenn man sich mit dem unvermeidlichen Fakt abgefunden hat, dass man ein sehr verletzlicher, schwacher Verkehrspartner ist, läuft es ganz gut. Und dann entdeckt man auch die vielen Vorteile der Fortbewegung mit eigener Muskelkraft auf zwei Rädern: Durch die Trierer Innenstadt kommt man wirklich schnell voran. Man darf viele Wege befahren, so manche Einbahnstraßen zum Beispiel, die für motorisierte Verkehrsteilnehmer verboten sind. So schnell schaffe ich es mit keinem anderen Verkehrsmittel durch die Trierer Stadt. Das Radwegenetz ist eigentlich auch viel besser ausgebaut als immer behauptet wird. Schade nur, dass manche Radwege einfach so im Nirwana enden und man dann doch gezwungen ist, auf die Straße zu fahren. Auch das größte vermeintlich größte Hindernis entpuppte sich als viel weniger schwerwiegend, als zunächst gedacht: Die Anhöhe an der Europäischen Akademie habe ich gerade noch so gepackt, wenn sie auch schon stark in die Beine geht. Der Mariahofer Berg überfordert mich als untrainierten Radfahrer. Aber man hat das Rad schneller heraufgeschobenatürlichn als man denkt. 30 Minuten brauche ich von meiner Arbeitsstätte am Irminenfreihof bis nach Hause. Das ist eigentlich gar nicht schlecht.

So habe ich mir jetzt fest vorgenommen, mich künftig völlig emissionsfrei fortzubewegen. Der angenehmste Nebeneffekt dabei ist, dass das auch noch meine Gesundheit und meine Fitness erheblich gefördert wird. Eine klassische win win Situation, wie man so schön auf Neudeutsch sagt: Die Umwelt profitiert und ich selbst habe auch noch etwas davon!

Montag, 14.3.2011

Geschockt vom Atomunfall

Geht es Ihnen nicht auch so: Japan ist über 9000 km von uns entfernt. Und dennoch ist die fürchterliche Katastrophe so nah.

Das Ausmaß übersteigt das Vorstellbare. Von Zehntausenden von Toten ist die Rede. Hunderttausende sind obdachlos geworden.

Wenn man die Bilder der Zerstörung sieht: So stellt man sich die Apokalypse vor.

Doch damit nicht genug. In Fukushima sind drei Atomreaktoren außer Kontrolle geraten. Die Auswirkungen sind unabsehbar.

Auch hier bei uns fühlt man sich bedrückt und hilflos, weiß, dass der Mensch sich solchen Naturgewalten nicht widersetzen kann.

Dabei ist eines auch klar: Ein Teil der schrecklichen Auswirkungen ist von Menschen selbst verursacht. Leichtsinn, der gefährliche Glaube, es werde schon nichts passieren.

Ich kann mich heute einfach nicht richtig auf die Arbeit konzentrieren. Immer wieder werden die Gedanken auf das unvorstellbare Leid der Menschen gelenkt. Es bedrückt mich nicht nur, nein, seltsam, irgendwie verspüre ich auch eine nicht zu begründende Angst, Sorge um die Zukunft, vor allem um die unserer Kinder.

Wenn auch noch niemand das ganze Ausmaß der Katastrophe begreifen kann, so ist bei uns sofort eine politische Diskussion entstanden.

Welche Schlussfolgerungen sind schon heute aus dem schrecklichen Ereignis zu ziehen?

Mich beschäftigen vor allem zwei Gedanken:

  1. Von niemand mehr werde ich mir erzählen lassen, dass dieses oder jenes Ereignis so unwahrscheinlich ist, dass es nicht geschehen kann. Es kann alles passieren auf dieser Welt! Der Mensch kann es nicht prognostizieren.
     
  2. Natürlich müssen wir über die Atomkraft diskutieren. Diese Technik ist eben nicht durch den Menschen zu beherrschen.
    (Auch ich als CDU-Mitglied war von Beschluss, die Laufzeit der AKW wieder zu verlängern wenig begeistert).

Aber, auch das wird bei diesem Unglück - wie bei den vorangegangenen ebenso - deutlich: eine Diskussion, die alleine auf den Bereich der Bundesrepublik Deutschland beschränkt ist, hilft gar nichts. Diese muss weltweit, zumindestens europaweit geführt werden.

Nicht 9000, nein nur knappe 50 km von uns entfernt liegen die Atommeiler von Cattenom.

Es sind Anlagen aus den 80er Jahren, die den deutschen Sicherheitsstandards nicht entsprechen. Dort gab es auch schon zahlreiche “Pannen”. Es ist bekannt, dass sie nicht Erdbebensicher ist.

Auch wenn sofort in Deutschland alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden würden. Uns in Trier wird das überhaupt nicht helfen, wenn es im Nachbarland eine Kernschmelze gibt. Und wir sind auf ein solches Ereignis nicht vorbereitet, haben die Gefahr in den Köpfen verdrängt. Gibt es ausreichende Notfallpläne? Da gibt es dringenden Nachholbedarf! Denn spätestens seit Freitag wird niemand mehr argumentieren können: Es wird schon nichts passieren!

Freitag, 18.3.2011

Nach einem 3/4 Jahr Au-Pair Aufenthalt in Neuseeland ist unsere Tochter heute glücklich wieder zurückgekehrt. Wir haben uns riesig gefreut, sie wieder in die Arme nehmen zu dürfen.

 

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